Am Anfang war der Gurt im Städtischen Museum Braunschweig: Herkunft und Erinnerung erleben


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Ein Blick auf Herkunft, Erinnerung und koloniale Spuren im Museum
Die Ausstellung Am Anfang war der Gurt - Braunschweiger Ethnographica, Souvenirs & koloniale Trophäen eröffnet im Städtischen Museum Braunschweig einen intensiven Zugang zu Sammlungsbeständen aus kolonialen Kontexten. Im Zentrum steht die Provenienzforschung: Was wurde gesammelt, unter welchen Machtverhältnissen gelangten Objekte ins Museum, und welche Geschichten tragen sie bis heute?
Koloniale Kontexte sichtbar machen
Die Schau rückt einen Patronengurt des OvaMbanderu-Anführers Kahimemua Nguvauva aus der Region des heutigen Namibia in den Fokus. Das Museum verweist darauf, dass das Stück von deutschen Kolonialherren in der Zeit von Deutsch-Südwestafrika entwendet wurde. Gerade darin liegt die wissenschaftliche und moralische Spannung der Ausstellung: Sie verbindet Objektgeschichte mit historischer Verantwortung und öffentlicher Transparenz.
Ethnographica, Souvenirs und Trophäen als Kulturzeugnisse
Der Ausstellungstitel deutet bereits an, wie unterschiedlich Objekte in kolonialen Sammlungen gelesen wurden und werden. Ethnographica, Souvenirs und Trophäen erscheinen hier nicht als harmlose Erinnerungsstücke, sondern als Zeugnisse eines asymmetrischen Blicks auf andere Kulturen. Die Ausstellung eröffnet damit eine ästhetische und zugleich kritische Werkbetrachtung von musealen Objekten und ihrer historischen Rahmung.
Provenienzforschung als kulturelle Bildung
Das Städtische Museum Braunschweig beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit Beständen aus kolonialen Zusammenhängen. Die Ausstellung macht diesen Forschungsprozess öffentlich und vermittelt damit ein wichtiges Beispiel für kulturelle Bildung im Museum. Besucherinnen und Besucher erleben nicht nur eine Sammlung, sondern auch den Wandel musealer Verantwortung im 21. Jahrhundert.
Ein Kunsterlebnis mit historischer Tiefe
Die Ausstellungsatmosphäre verbindet Dokumentation, Erinnerung und Reflexion. Wer sich auf diese Präsentation einlässt, begegnet keiner reinen Objektästhetik, sondern einer vielschichtigen Erzählung über Gewalt, Besitz, Herkunft und Rückgabe. Genau daraus entsteht ein nachhaltiges Kunsterlebnis, das über den Museumsbesuch hinaus wirkt.
Fazit: Diese Ausstellung bietet einen seltenen, aufklärerischen Blick auf koloniale Sammlungspraktiken und ihre Folgen bis in die Gegenwart. Wer Kunst, Geschichte und Provenienzforschung gemeinsam erleben möchte, sollte diese Schau im Städtischen Museum Braunschweig unbedingt live besuchen.
Offizielle Kanäle von Städtisches Museum Braunschweig:
- Instagram: https://www.instagram.com/staedtischesmuseumbraunschweig/
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
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- Website: https://www.braunschweig.de/kultur/museen/staedtisches-museum/










