Am Anfang war der Gurt im Städtischen Museum Braunschweig: Herkunft und Erinnerung erleben


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Am Anfang war der Gurt: Ein Museumserlebnis zwischen Provenienz, Erinnerung und kolonialer Kritik
Im Städtischen Museum Braunschweig führt die neue Dauerausstellung in eine ebenso sinnliche wie nachdenkliche Werkbetrachtung. Am Anfang war der Gurt verknüpft Ethnographica, Reiseandenken und koloniale Trophäen zu einem Kunsterlebnis, das Objekte nicht nur zeigt, sondern ihre Herkunft, ihre Wege und ihre Deutungen sichtbar macht.
Eine Ausstellung über die Biografie der Dinge
Die Präsentation reagiert auf die Frage nach Provenienz mit musealer Offenheit. Statt einer abgeschlossenen Erzählung entsteht ein prozesshaftes Ensemble, das die Sammlung im Licht aktueller ethischer Debatten neu liest. Im Zentrum stehen Objekte aus sehr unterschiedlichen Zusammenhängen, gesammelt von Seefahrern, Kaufleuten, Ärzten, Soldaten, Forschern, frühen Touristen und Auswanderern. So wird Ethnologie hier nicht als ferner Kanon, sondern als lebendige Kulturgeschichte erfahrbar.
Koloniale Kontexte, kritische Perspektiven
Besonders eindrücklich ist die Auseinandersetzung mit dem Patronengurt des OvaMbanderu-Anführers Kahimemua aus dem heutigen Namibia. Das Museum ordnet das Objekt in Fragen von Entwendung, Rückgabe, Erinnerungskultur und Verantwortung ein. Genau darin liegt die Stärke der Ausstellung: Sie verbindet kunsthistorische Einordnung mit kultureller Bildung und macht koloniale Sammlungspraktiken für Besucherinnen und Besucher lesbar.
Fünf Themenräume als gedankliche Wegmarken
Die Schau gliedert sich in die Räume Vernetzt, Reiseandenken, Fremdbilder, Kolonialerbe und Weitergedacht. Diese Dramaturgie schafft eine klare Kuratierung und gibt jeder Station einen eigenen Resonanzraum. Ob Schiffsmodell, Ritualtrommel oder Salzgefäß: Die Werke und Objekte entfalten im Wechsel von Material, Form und Geschichte eine dichte Ausstellungsatmosphäre.
Ein Museum, das Fragen ernst nimmt
Das Städtische Museum Braunschweig öffnet mit dieser Ethnographica-Ausstellung einen wichtigen Diskursraum für Gegenwart und Zukunft. Die Schau verbindet ästhetische Erfahrung mit historischer Verantwortung und bietet damit ein Kunsterlebnis, das weit über reine Betrachtung hinausgeht. Wer sich für Museumsarbeit, Provenienzforschung, Kolonialgeschichte und die Macht von Objekten interessiert, findet hier eine Ausstellung von besonderer Relevanz.
Fazit: Am Anfang war der Gurt lädt zu einer intensiven Begegnung mit Sammlungsobjekten, Geschichte und Verantwortung ein. Besucherinnen und Besucher erleben eine Ausstellung, die informiert, irritiert und vertieft. Ein Besuch im Städtischen Museum Braunschweig lohnt sich unbedingt live.
Offizielle Kanäle von Städtisches Museum Braunschweig:
- Instagram: https://www.instagram.com/staedtischesmuseumbraunschweig/
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.braunschweig.de/kultur/museen/staedtisches-museum/index.php










