Ricochets im Allgemeinen Konsumverein: Vitalii Shupliak untersucht Wahrnehmung


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Ricochets: Wenn Wahrnehmung zum Echo der Gegenwart wird
Mit Ricochets präsentiert der Allgemeine Konsumverein in Braunschweig eine Ausstellung des ukrainisch-polnischen Künstlers Vitalii Shupliak. Die Eröffnung am Donnerstag, 5. November 2026, führt in eine künstlerische Untersuchung von Wahrnehmung, Erinnerung und medialer Übertragung. Der Titel verweist auf das Abprallen eines Signals und öffnet zugleich einen Denkraum zwischen militärischer Optik, digitaler Oberfläche, Spiegelbild, Seifenhaut und Licht.
Bilder der Angst und Praktiken des Überlebens
Vitalii Shupliak, geboren 1993 in der Ukraine und heute in Berlin lebend und arbeitend, bewegt sich zwischen Videoinstallation, Malerei, Performance und räumlicher Installation. Seine Kunst kreist um Migration, Identität, Grenzen sowie um die Übergänge zwischen Realität und Virtualität. In Ricochets erscheint Wahrnehmung nicht als neutrales Fenster zur Welt, sondern als beweglicher Prozess: Bilder, Informationen und Erfahrungen werden aufgenommen, gebrochen und verändert zurückgegeben.
Oberflächen, Signale und Spiegelungen
Die Ausstellung lenkt die Werkbetrachtung auf jene Oberflächen, an denen Bedeutung entsteht. Militärische Zielsysteme treffen auf die alltägliche Benutzeroberfläche des Smartphones; der Spiegel begegnet der empfindlichen Haut einer Seifenblase, während Licht Räume des Erkennens und Verbergens erzeugt. Formen und Materialien entfalten dabei eine ambivalente Raumwirkung: Sie versprechen Orientierung und führen zugleich in Zonen der Unsicherheit.
Das ästhetische Prinzip des Abprallens prägt auch die Ausstellungsatmosphäre. Ein Bild bleibt nicht bei seinem ersten Eindruck. Es durchläuft Erinnerungen, Ängste, digitale Schnittstellen und kulturelle Codes. Aus der visuellen Reflexion wird eine Reaktion, aus der Reaktion eine Haltung. Shupliaks Kunstrichtung verbindet damit sinnliche Erfahrung und gesellschaftliche Analyse.
Zwischen Malerei, Video und Installation
Shupliaks künstlerische Praxis zeichnet sich durch reduzierte Formen und weitreichende Konzepte aus. Seine Arbeiten untersuchen die Übertragung von Informationen ebenso wie die Unmöglichkeit, eine Botschaft unverändert weiterzugeben. Diese Spannung zwischen Klarheit und Störung bildet einen zentralen Zugang zur Ausstellung. Die Besucherinnen und Besucher erleben ein Kunsterlebnis, das weniger auf eindeutige Antworten als auf konzentrierte Wahrnehmung, Irritation und kulturelle Bildung setzt.
Der Künstler studierte Bildende Kunst in Lwiw, Danzig, Posen und Braunschweig. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Nationalmuseum in Posen, im Museum Villa Stuck in München, im KINDL in Berlin, im MOCAK in Krakau und bei internationalen Kunst- und Medienkunstfestivals gezeigt. Auszeichnungen und Anerkennungen erhielt er unter anderem beim European Media Art Festival, beim FilmFestSpezial in Hannover sowie beim Förderpreis Kunst+Stahl.
Ein Abend für intensive Werkbetrachtung
Die Eröffnung beginnt um 20:00 Uhr im Allgemeinen Konsumverein e. V. in der Straße Hinter Liebfrauen 2. Bis zum 20. Dezember 2026 bleibt die Ausstellung in Braunschweig geöffnet. Die Präsentation bietet Raum für eine entschleunigte Begegnung mit zeitgenössischer Kunst und für die Frage, wie Bilder unsere Wirklichkeit formen, umlenken und wieder zu uns zurückkehren.
Fazit: Wahrnehmung als beweglicher Raum
Ricochets verspricht eine Ausstellung, in der Video, Installation, Malerei und Performance zu einer dichten Reflexion über Krieg, Exil, digitale Medien und menschliche Wahrnehmung zusammentreffen. Kunstinteressierte erwartet eine sinnliche und zugleich kunsthistorisch anschlussfähige Erfahrung, die vertraute Bilder in Bewegung versetzt. Der Besuch im Allgemeinen Konsumverein lohnt sich besonders für alle, die zeitgenössische Kunst als ästhetische Erfahrung und als gesellschaftlichen Denkraum erleben möchten.
Offizielle Kanäle von Vitalii Shupliak:
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