Das Nachleuchten der Radioaktivität in Braunschweig: Industriekultur im Dialog

Event: INDUSTRIEKULTUR im Dialog | Das Nachleuchten der Radioaktivität in Braunschweig in Allianz für die Region GmbH (Raum "Harz und Heide"), Frankfurter Straße 284, 38122 Braunschweig on 27. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

27. Oktober 2026 18:00 Uhr

Veranstaltungsort

Braunschweig
38 Braunschweig, Germany

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Das Nachleuchten der Radioaktivität: Braunschweigs industrielle Vergangenheit im Dialog

Am 27. Oktober 2026 widmet sich die Veranstaltung INDUSTRIEKULTUR im Dialog der Geschichte der Radioaktivität und ihrer tiefen Verbindung mit Braunschweig. Im Mittelpunkt steht das Nachleuchten einer industriellen Epoche, die wissenschaftlichen Pioniergeist, wirtschaftliche Erwartungen und die langfristigen Folgen technischer Entwicklungen miteinander verknüpft.

Friedrich Giesel und die Anfänge der Radiumproduktion

Die Veranstaltung führt in das frühe 20. Jahrhundert zurück. Mit dem Chemiker Friedrich Giesel wirkte in Braunschweig eine Persönlichkeit, die wichtige Impulse für die Nutzung der Radioaktivität gab. Als Industriechemiker in der Buchlerschen Chininfabrik forschte Giesel an einem Gebiet, dessen wirtschaftliches Potenzial damals noch keineswegs absehbar war.

Unter seiner Leitung wurden in Braunschweig erstmals radiumhaltige Produkte hergestellt und vermarktet. Um 1904 brachte die Firma Buchler Leuchtfarben auf den Markt. Die Geschichte der Radiumfabrik steht damit exemplarisch für die enge Verbindung von naturwissenschaftlicher Forschung, industrieller Produktion und gesellschaftlichem Fortschrittsdenken.

Ein historischer Ort mit gegenwärtiger Bedeutung

Die ehemalige Fabrik an der Frankfurter Straße blieb bis zu ihrem Umzug in den 1970er Jahren ein bedeutender Ort der Radiumproduktion. Ihre letzten Hinterlassenschaften wurden ab 2001 beseitigt. Der Veranstaltungsort liegt damit in unmittelbarer Nähe zu einem Areal, dessen Geschichte bis heute Fragen nach Verantwortung, Erinnerungskultur und dem Umgang mit industriellen Altlasten aufwirft.

Das Kunsterlebnis dieser besonderen Form entsteht nicht durch eine klassische Ausstellung aus Malerei, Skulptur oder Installation, sondern durch die intensive Werkbetrachtung historischer Zusammenhänge: Dokumente, Erinnerungen, technische Entwicklungen und die Ausstellungsatmosphäre des Dialogs eröffnen eine ästhetische Erfahrung des kulturellen Gedächtnisses.

Erinnerung, Zeitzeugenschaft und wissenschaftliche Verantwortung

Aus der Perspektive eines Zeitzeugen der letzten Etappe der braunschweigischen Radiumfabrik werden persönliche Erinnerungen mit grundsätzlichen Fragen verbunden. Wie verändert sich der Blick auf eine industrielle Erfolgsgeschichte, wenn ihre gesundheitlichen und ökologischen Folgen sichtbar werden? Welche Verantwortung trägt eine Gesellschaft gegenüber den Spuren technologischer Pionierleistungen?

Der Vortrag von Dr. Rainer Gellermann verbindet Regionalgeschichte, Technikgeschichte und kulturelle Bildung. Die Besucherinnen und Besucher erleben Braunschweig als historischen Forschungs- und Industriestandort und erhalten zugleich Anregungen, über den gesellschaftlichen Umgang mit Radioaktivität und industriellem Erbe nachzudenken.

Fazit: Ein eindringlicher Abend zur Braunschweiger Industriekultur

Das Nachleuchten der Radioaktivität in Braunschweig verspricht eine kenntnisreiche und eindringliche Begegnung mit einem bislang wenig sichtbaren Kapitel der Stadtgeschichte. Die Veranstaltung macht wissenschaftliche Pionierarbeit, industrielle Produktion, Zeitzeugenschaft und Erinnerungskultur unmittelbar erfahrbar. Kunst- und Geschichtsinteressierte sollten diesen kostenfreien Abend nutzen, um Braunschweigs industrielle Vergangenheit neu zu betrachten und die kulturelle Bedeutung historischer Orte live zu erleben.

Offizielle Kanäle von Forum Industriekultur e. V.:

Quellen:

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