HörMal! Gedenken zur Reichspogromnacht in der Synagoge Braunschweig


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Erinnern, zuhören und gemeinsam Verantwortung tragen
Am 9. November 2026 lädt die Veranstaltungsreihe HörMal! zu einem würdevollen Gedenken an die Reichspogromnacht 1938 in die Synagoge Braunschweig ein. Die Veranstaltung verbindet Erinnerungskultur, jüdische Geschichte, Gebet, Literatur und Musik zu einer eindringlichen religiösen und gesellschaftlichen Erfahrung.
Gedenken an die Opfer der Pogromnacht
Der Nachmittag beginnt um 16:00 Uhr mit einer Kranzniederlegung an der Gedenktafel für die ehemalige Synagoge in der Alten Knochenhauerstraße. Im Anschluss werden die Gebete El Male Rachamin und Kaddisch gesprochen. Sie geben der Trauer eine liturgische Form und erinnern an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger, die während der nationalsozialistischen Verbrechen verfolgt und ermordet wurden.
Führungen durch Geschichte und Architektur
Ab 17:00 Uhr führen Dr. Christina Krafczyk, Dr. Ulrich Knufinke und Katrin Keßler durch die Geschichte des Ortes. Im Mittelpunkt stehen die jüdische Gemeinde, die zerstörte Synagoge von 1875, die Erinnerung an die Reichspogromnacht und die Bedeutung des heutigen Synagogenbaus. Die Synagoge in der Steinstraße ist seit 2006 ein Ort für Gottesdienste, Gemeindeleben, kulturelle Veranstaltungen und interreligiöse Begegnung.
Literatur, Klavierimprovisation und biblische Stimme
Um 18:30 Uhr folgt eine konzertante Lesung mit Dori Engel und Noam Sivan sowie Vorträgen von Hila Meckier. Noam Sivan gestaltet Klavierimprovisationen, während Texte von Hans Peter Richter, Manfred Franke, Paul Celan und Primo Levi zu hören sind. Ergänzt wird das Programm durch die ferne Stimme des biblischen Propheten Jesaja. So entsteht eine Atmosphäre der Besinnung, in der Sprache, Musik und religiöse Erinnerung miteinander verbunden werden.
Ein Glaubenserlebnis der stillen Aufmerksamkeit
Die Veranstaltung eröffnet Raum für Ruhe, Trauer, Nachdenken und gemeinschaftliche Verantwortung. Zwischen Gebet, historischer Vermittlung und Musik wird Erinnerung als lebendige Aufgabe erfahrbar. Menschen unterschiedlicher religiöser Hintergründe und alle Interessierten sind eingeladen, an diesem besonderen Gedenken teilzunehmen.
Teilnahme und Anmeldung
Der Eintritt ist frei. Für die Führungen und die konzertante Lesung ist wegen der begrenzten Platzzahl eine Anmeldung beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege erforderlich. Herren werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.
Fazit: HörMal! verbindet jüdische Gedenktradition, Gebet, Geschichte, Literatur und improvisierte Musik zu einem eindringlichen Abend in der Synagoge Braunschweig. Wer Erinnerung bewusst erleben und ein Zeichen gegen das Vergessen setzen möchte, findet hier einen würdevollen Ort der Begegnung.










