„Ich war eine Dose!“ im Städtischen Museum Braunschweig

Event: „Ich war eine Dose! – zeitgenössische Auseinandersetzungen mit der Braunschweiger Lackwarenmanufaktur Stobwasser“ in Städtisches Museum Braunschweig, Haus am Löwenwall, Steintorwall 14, 38100 Braunschweig on 9. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

9. Oktober 2026 11:00 Uhr

Veranstaltungsort

Braunschweig
38 Braunschweig, Germany

Über diese Veranstaltung

Ausstellungen & Museen

Stimmung

Entspannt

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

Wenn die historische Dose zur zeitgenössischen Kunst wird

Die Ausstellung „Ich war eine Dose!“ im Städtischen Museum Braunschweig verbindet die kunsthandwerkliche Tradition der Lackwarenmanufaktur Stobwasser mit aktuellen Positionen junger Künstlerinnen und Künstler. Vom 9. Oktober bis zum 15. November 2026 entstehen im Haus am Löwenwall neue Blickwinkel auf eine Braunschweiger Erfolgsgeschichte, deren Spuren bis in das 18. Jahrhundert zurückreichen.

Historisches Kunsthandwerk trifft Gegenwart

Im Mittelpunkt steht die Braunschweiger Lackwarenmanufaktur Stobwasser, die 1763 gegründet wurde und mit kunstvoll bemalten Dosen, Etuis, Tischplatten und weiteren Lackarbeiten überregionale Bedeutung erlangte. Die historischen Erzeugnisse aus Papiermaché, Holz und weiteren Materialien verbanden präzise Handwerkskunst mit dekorativer Malerei, glänzenden Oberflächen und einer ausgeprägten Nähe zur höfischen und bürgerlichen Kultur.

Die Ausstellung nimmt diese Tradition nicht nur als museales Erbe in den Blick. Studierende setzen sich mit den Formen, Funktionen und Bedeutungen der historischen Lackdosen auseinander und übersetzen sie in zeitgenössische Kunstwerke. So wird aus dem kleinen Gebrauchsgegenstand ein Ausgangspunkt für Fragen nach Erinnerung, Wert, Luxus, Materialität und kultureller Identität.

Form, Glanz und Materialität

Die ästhetische Erfahrung der Ausstellung entsteht aus dem Dialog zwischen historischen Vorbildern und neuen künstlerischen Arbeiten. Runde und ovale Dosenformen, lackierte Flächen, ornamentale Details und die charakteristische Tiefenwirkung glänzender Oberflächen verweisen auf die hohe technische und gestalterische Qualität der Stobwasser-Produktion.

Die Werkbetrachtung lenkt den Blick auf das Verhältnis von Oberfläche und Inhalt: Eine Dose bewahrt, verbirgt, schmückt und erzählt. In der zeitgenössischen Auseinandersetzung wird dieses Objekt zum Medium für Installation, Skulptur, Design und konzeptuelle Kunst. Materialien und Formen treten dabei ebenso hervor wie die historischen Produktionsbedingungen und die gesellschaftliche Bedeutung von Luxuswaren.

Braunschweiger Lackkunst kunsthistorisch eingeordnet

Stobwasser steht exemplarisch für die Verbindung von Manufaktur, Kunstgewerbe und Wirtschaftsgeschichte im 18. Jahrhundert. Die in Braunschweig entwickelte Lackkunst profitierte von der Förderung durch Herzog Carl I. und erreichte durch innovative Herstellungs- und Vermarktungsstrategien eine weit über die Region hinausreichende Bekanntheit.

Das Städtische Museum Braunschweig bewahrt bedeutende Bestände zur regionalen Kunst- und Kulturgeschichte. Dazu zählen Möbel, Fayencen, Silberarbeiten, Fürstenberger Porzellan und Lackarbeiten der Manufaktur Stobwasser. Die Ausstellung erweitert diesen historischen Kontext um die Perspektive der Kulturellen Bildung und zeigt, wie Gegenwartskunst mit einem materiellen Erbe produktiv ins Gespräch tritt.

Ein Kunsterlebnis zwischen Museum und Experiment

Besucherinnen und Besucher erwartet eine Ausstellungsatmosphäre, in der sich historische Formen, zeitgenössische Ideen und die sinnliche Wirkung von Materialien begegnen. Die Präsentation lädt dazu ein, genau hinzusehen: auf Farbkontraste, Lackglanz, handwerkliche Spuren, räumliche Beziehungen und die überraschende Verwandlung eines scheinbar kleinen Gegenstands in ein komplexes kulturelles Zeichen.

Gerade diese Verbindung aus kunsthistorischer Einordnung, studentischer Forschung und experimenteller Gestaltung macht „Ich war eine Dose!“ zu einer Ausstellung für alle, die sich für Kunsthandwerk, Design, Materialästhetik und zeitgenössische Kunst interessieren.

Fazit: Eine historische Form beginnt neu zu sprechen

„Ich war eine Dose!“ zeigt, wie lebendig Museumssammlungen werden, wenn Künstlerinnen und Künstler historische Objekte nicht lediglich betrachten, sondern neu befragen. Das Ausstellungsprojekt verspricht ein inspirierendes Kunsterlebnis zwischen Braunschweiger Stadtgeschichte, Lackkunst und Gegenwart. Wer die ästhetische Erfahrung von Material, Form und Erinnerung unmittelbar erleben möchte, sollte die Ausstellung im Haus am Löwenwall unbedingt besuchen.

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Quellen:

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