Gespiegelt in Braunschweig: Zeitgenössische Radierung im Dialog dreier Kunsthochschulen


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Gespiegelt: Zeitgenössische Radierung im Dialog der Kunsthochschulen
Die Ausstellung Gespiegelt – Perspektiven zeitgenössischer Radierung führt aktuelle Positionen der Druckgrafik in der Hochschulgalerie der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig zusammen. Studierende und Lehrende der HBK Braunschweig, der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig sowie der weißensee kunsthochschule berlin zeigen rund 50 Arbeiten und eröffnen einen facettenreichen Blick auf die Radierung als eigenständige zeitgenössische Kunstrichtung.
Linie, Druck und Spiegelung
Radierung entsteht aus dem Wechselspiel von Eingriff und Abdruck. Linien werden in eine Platte eingeschrieben, Flächen verdichtet, Spuren übertragen und im Druckprozess gespiegelt. Gerade diese Verbindung aus handwerklicher Präzision, Materialität und kontrolliertem Zufall prägt die ästhetische Erfahrung der Ausstellung. Die Werkbetrachtung macht sichtbar, wie unterschiedlich Künstlerinnen und Künstler mit Tiefdruck, Linie, Tonwert und Papier umgehen.
Eine traditionsreiche Technik in der Gegenwart
Die Ausstellung verbindet kunsthistorische Tradition mit aktuellen Fragestellungen. Die Radierung entwickelte sich seit dem späten 15. Jahrhundert zu einer bedeutenden grafischen Technik und steht bis heute für konzentrierte Bildfindung, serielle Arbeitsweisen und eine besondere Nähe zum künstlerischen Prozess. In Gespiegelt erscheint sie nicht als nostalgisches Verfahren, sondern als lebendiges Medium zeitgenössischer Kunst.
Drei Kunsthochschulen, viele Perspektiven
Die kuratorische Konzeption setzt auf den Austausch dreier Ausbildungs- und Produktionsorte. Die Beteiligung der HBK Braunschweig, der HGB Leipzig und der weißensee kunsthochschule berlin bringt unterschiedliche Lehrtraditionen, Werkstattkulturen und individuelle Bildsprachen zusammen. So entsteht ein vielstimmiges Panorama zwischen Zeichnung, Abstraktion, Körper, Raum und gesellschaftlicher Beobachtung.
Ausstellungsatmosphäre und ästhetische Erfahrung
In der Hochschulgalerie begegnen Besucherinnen und Besucher einer Kunstform, die zur genauen Wahrnehmung einlädt. Feine Linien, tiefe Schwarztöne, offene Papierflächen und rhythmische Wiederholungen entfalten ihre Wirkung im direkten Gegenüber. Die stille Intensität der Radierung verlangsamt den Blick und schafft ein Kunsterlebnis, in dem sich technische Recherche, persönliche Handschrift und kunsthistorisches Bewusstsein verbinden.
Eröffnung und Besuch
Die Ausstellung wird am 27. Oktober 2026 um 18 Uhr in der Hochschulgalerie eröffnet. Die Laufzeit reicht vom 28. Oktober bis zum 13. November 2026. Der Eintritt ist frei. Damit bietet Gespiegelt einen niedrigschwelligen Zugang zu zeitgenössischer Druckgrafik und kultureller Bildung.
Fazit: Gespiegelt – Perspektiven zeitgenössischer Radierung zeigt, wie wandlungsfähig die Radierung im 21. Jahrhundert bleibt. Zwischen Druckspur, Spiegelung und materieller Bildfläche entsteht eine Ausstellung, die kunsthistorisches Wissen mit unmittelbarer ästhetischer Erfahrung verbindet. Wer zeitgenössische Kunst, grafische Techniken und junge künstlerische Positionen entdecken möchte, sollte dieses konzentrierte Kunsterlebnis in Braunschweig live erleben.
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