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Wildcard-Verfahren eröffnet neue Chance

800.000 Euro für die Rettung: Braunschweig kämpft um die BBL-Wildcard

Sportlich abgestiegen, organisatorisch aber noch nicht endgültig draußen: Die Basketball Löwen Braunschweig wollen sich um eine Wildcard für die Basketball-Bundesliga bewerben. Die easyCredit BBL hat das Verfahren offiziell eröffnet – und damit trotz des 17. Tabellenplatzes in der abgelaufenen Saison eine Hintertür geöffnet. Ob Braunschweig sie nutzen kann, entscheidet sich vor allem an der Finanzierung.

BBL eröffnet Wildcard-Verfahren – Frist läuft

Die Gesellschafterversammlung der BBL GmbH hat am 3. Juni 2026 die Einleitung eines Wildcardverfahrens für die Saison 2026/2027 beschlossen. Grundlage ist das Lizenzstatut (u. a. § 15): Ein freies Teilnahmerecht kann über eine Wildcard vergeben werden. Für interessierte Clubs beginnt damit eine Frist von zehn Werktagen, innerhalb derer die Bewerbung samt Unterlagen und Nachweisen schriftlich bei der Liga eingereicht werden muss.

Die finanzielle Hürde ist erheblich. Die Wildcard-Gebühr ist auf bis zu 800.000 Euro netto beziffert; zusätzlich können weitere Abgeltungsbeträge anfallen, deren genaue Höhe sich nach den Vorgaben des Lizenzstatuts richtet. Für Braunschweig ist damit nicht nur ein sportlicher, sondern vor allem ein kaufmännischer Kraftakt gefragt: Liquidität, belastbare Zusagen und ein Antrag, der die formalen Kriterien der Liga erfüllt.

Mittmann: Wille zur Bewerbung – Finanzierung „kein Selbstläufer“

Geschäftsführer Nils Mittmann hat die Stoßrichtung des Clubs klar formuliert: „Wir wollen diese Möglichkeit wahrnehmen.“ Gleichzeitig bremste er Erwartungen und verwies auf „erhebliche wirtschaftliche Anforderungen“. Die Finanzierung sei „kein Selbstläufer“.

Mittmann stellte zudem heraus, dass die Wildcard den sportlichen Verlauf nicht umdeutet: „Der sportliche Abstieg bleibt für uns alle eine große Enttäuschung. Daran ändert auch die nun eröffnete Möglichkeit einer Wildcard nichts. Gleichzeitig bietet sich uns damit die Chance, weiterhin Teil der BBL zu bleiben.“ Der Club werde alles unternehmen, „um diese Chance zu nutzen und dem Basketball in Braunschweig eine zukunftsfähige, erstklassige Perspektive zu geben“.

Freier Platz, weil Kirchheim keinen Lizenzantrag stellte

Auslöser für das Verfahren ist ein frei gewordenes Teilnahmerecht: Die Kirchheim Knights haben keinen Lizenzantrag für die kommende BBL-Spielzeit gestellt. Dadurch ist im Oberhaus ein Platz vakant – und die Liga kann ihn über das Wildcardverfahren neu vergeben.

Braunschweigs sportliche Ausgangslage ist eindeutig: Trotz eines 104:90-Siegs gegen Chemnitz am letzten Spieltag beendeten die Löwen die Saison auf Rang 17 und stiegen damit ab. Der Erfolg reichte immerhin, um noch an Heidelberg vorbeizuziehen – am Abstieg änderte das jedoch nichts.

Schröder als Gesellschafter – aber kein Automatismus

Bei den Basketball Löwen ist NBA-Profi Dennis Schröder Gesellschafter (nach Clubangaben seit 2020 allein). An der zentralen Frage ändert das zunächst nichts: Eine Bewerbung bedeutet noch keine Zusage. Die Liga prüft die Unterlagen, die Erfüllung der wirtschaftlichen und organisatorischen Kriterien sowie die fristgerechte, vollständige Antragstellung.

Warum es jetzt vor allem ums Geld geht

Für Braunschweig verschiebt sich die Entscheidung vom Parkett in den Lizenz- und Finanzbereich. Eine Wildcard ist keine „Rettung“ im sportlichen Sinn, sondern ein Instrument, das der Liga bei einem freien Platz eine geordnete Besetzung ermöglicht. Für den Club heißt das: Wer den Erstliga-Standort halten will, muss kurzfristig ein Paket schnüren, das die hohen Einmalzahlungen trägt und zugleich eine tragfähige Saisonplanung erlaubt.

Die Botschaft ist klar: Die Tür zur BBL steht wieder offen – hindurchgehen kann Braunschweig nur, wenn der Club die wirtschaftlichen Anforderungen nachweist und die Wildcard-Kosten einschließlich möglicher Abgeltungsbeträge stemmen kann.

Häufig gestellte Fragen

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